Wärmeversorgung nicht von knappen Ressourcen abhängig machen

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Das Bundeskabinett befasst sich heute mit dem Gesetzesentwurf für die Wärmeplanung und der Dekarbonisierung der Wärmenetze.
Damit will der Bund die Länder verpflichten, ihre Heizinfrastruktur auf erneuerbare Energien umzubauen. Aus Sicht des NABU ist die Dekarbonisierung ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Klimakrise. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sieht den Entwurf dennoch kritisch. 

“Der Ausstieg aus den fossilen Energien bei der Wärmeversorgung ist ein längst überfälliger Schritt. Beim vorliegenden Entwurf sehen wir allerdings die Gefahr, dass Biomasse künftig eine zu große Rolle in der Nah- und Fernwärme einnimmt. Das geht in die falsche Richtung. Bioenergie ist nicht per se klimaneutral. Das wird beim Blick auf die Verbrennung von Holz deutlich. Bäume, beziehungsweise intakte Wälder, sind wertvolle Kohlenstoffsenken, die für Jahrzehnte verlorengehen, wenn sie verbrannt werden. Naturverträgliche Biomasse ist nur begrenzt verfügbar. Wenn nun reihenweise Städte und Kommunen auf die knappen Holzmengen setzen, droht der Druck auf unsere Wälder weltweit weiter zuzunehmen.” 

Fossile Heizkraftwerke sind nach Ansicht des NABU in erster Linie durch brennstofffreie Technologien wie Solarthermie, Geothermie und Großwärmepumpen zu ersetzen. Bioenergie und grüner Wasserstoff dürfen nur dann zur Anwendung kommen, wenn keine andere Option möglich ist. Der NABU kritisiert zudem, dass das Erneuerbare-Energien-Ziel für bestehende Wärmenetze im Vergleich zum ursprünglichen Gesetzesentwurf von 50 Prozent auf 30% bis 2030 gesenkt wurde. Damit sind die Klimaziele nicht zu schaffen.
“Auch bei der Frage der Müllverbrennung zur Wärmeversorgung muss es dringend Änderungen im Gesetzentwurf geben”, so Miller weiter. “Müllverbrennungsanlagen stoßen große Mengen CO2 aus und sind daher keineswegs ein Lieferant klimaneutraler Wärme. In den Anlagen landet mehrheitlich Müll, der vermieden, wiederverwendet oder recycelt werden könnte. Das ist nicht im Sinne einer ernstgemeinten Klima- und Ressourcenpolitik.” (NABU)